Schönheit der Stille

In meinem Selbstlernworkshop beschreibt das Kapitel „Ästethik des Unvollkommenen“ das Konzept des japanischen Wabi-Sabi. Wabi-Sabi ist dabei eng mit dem Zen-Buddismus verbunden. Ohne mich in die Thematik weiter vertieft zu haben, geht es um Schönheit des Einfachen und der Vergänglichkeit. Die Spuren der Zeit machen ein Objekt zu etwas Besonderem. Zum Motiv in der Fotografie eignen sich eher die leisen, kleinen Dinge, z.B. Fundstücke von Naturmaterialien, Rostiges, Dinge mit Gebrauchsspuren usw. Die Einfachheit spiegelt sich auch in der Bildkompositon, die vor allem Leere, den Verzicht auf Überflüssiges bewußt einsetzt. Die Farben sind eher gedämpft; Asymmetrien, rauhe Oberflächen, Ecken und Kanten oder Zeichen der Vergänglichkeit tragen zum Ausdruck der Unvollkommenheit bei. Die besondere Ästhetik liegt in der Poesie der Stille und des Einfachen, in der Abwesenheit allen Überflüssigen.

Die Aufgabe, um sich der Unvollkommenheit zu nähern, lautet, „aus der Hüfte zu fotografieren“: Mit Weitwinkel, fest eingestellter Blende und Belichtungszeit, nur mit Iso-Automatik ohne Blick durch den Sucher (oder auf das Display) Bilder zu machen. So etwas funktioniert besonders gut in der Stadt mit Bildern von Gebäuden, Straßen usw. Bis jetzt habe ich noch nicht die Zeit für dieses Experiment gefunden. Auch werden wohl eher keine Bilder nach dem Konzept des Wabi-Sabi dabei herauskommen, das mich aber sehr anspricht. So habe ich mich zu einigen Aufnahmen bei einem kleinen Rundgang durch unseren Garten von Wabi-Sabi und den Fotos zum Kapitel in meinem Workshop-Buch anregen lassen.

3990login-checkSchönheit der Stille

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere