Entscheiden. Hochformat. Oder doch lieber quer?

Es ist mal wieder Zeit, meine Lektüre weiter zu verfolgen. Diesmal das Kapitel Entscheidungen treffen im Buch von Robert Mertens. Darin schreibt er, dass die zunehmende Anzahl von Optionen es notwendig macht, immer mehr Entscheidungen zu treffen, entscheiden aber Zeit und Energie kostet, die uns für Kreativität dann fehlt. (Man denke nur an das viel zitierte Joghurtregal im Supermarkt). Zuviele Motive, zuviele technische Möglichkeiten, zuviele Ideen. Zuviel. Oder aber wir können uns nicht entscheiden und versuchen alle Optionen warzunhemen und keine richtig… oder das nicht-entscheiden-können blockiert uns und führt zu Stillstand.

Er rät zu guter Vorbereitung und mehr Gelassenheit, auch mal falsche Entscheidugnen zu treffen. Aus einer falschen Entscheidung kann man im Nachhinein viel lernen – vorausgesetzt man reflektiert seine Entscheidung – eine Chance sich persönlich weiterzuentwickeln.

Eine Entscheidungshilfen ist auch, sich zu reduzieren und mit den Gegebenheiten und Möglichkeiten zu leben. Vielleicht einmal nur ein bestimmtes Objektiv mitzunehmen und/oder sich auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren.

Zunächst dachte ich, ich habe keine Probleme mich zu entscheiden. Oft habe ich eher das Gefühl eines Mangels an Optionen. Meine technische Ausrüstung ist eher überschaubar und durch meinen Wohnort, habe ich jede Menge unspektakuläre Natur um mich, aber keine Stadtmotive vor der Haustür. Überhaupt gibt es hier nicht viel aufregendes. Was Natur betrifft, übe ich mich tatsächlich darin, aus dem Gegebenen etwas zu machen.

Allerdings gibt es doch Gelegenheiten, in denen ich mich beim Entscheiden schwer tue. Z.B. gibt es eine andere Aufgabe in dem Buch, für die eine Serie mit alltäglichen Situationen oder Objekten über Zeit erstellt werden soll. Bis jetzt war mir keine Idee gut genug. Oder wenn es darum geht, Bilder auf den Blog zu bringen. Sind sie interessant genug und technisch ausreichend? Aber ich arbeite an den Entscheidungskriterien 😀 Lieber mal ein nicht so gutes Bild, als keines 😉 Ich denke es ist wichtig, dass man sich bewußt wird, wann man sich in einer Entscheidungssituation befindet und um welche Entscheidung es eigentlich gerade geht. Dann kann man beginnen über die Angemessenheit der eigenen Entscheidungskriterien nachzudenken.

Die Aufgabe zu diesem Thema: Formatwahl – Statt sich immer nur für das Querformat zu entscheiden auch mal das Hochformat wählen. Dabei sollen senkrechte Linien enthalten sein, die die Bildwirkung sinnvoll unterstützen und möglichst eine soll von Rand zu Rand verlaufen. Wann stört dieser Effekt? Wann ist er passend? Dann das Ganze auch für Quer.
Für die Aufnahmen bin ich in die nächstgelegene Kleinstadt gefahren (nur das Pfedebild stammt von einem anderen Tag). Ganz ist es mir nicht gelungen immer eine durchgehende Linie von Rand zu Rand zu integrieren. Ein Stadtspaziergang….

im Hochformat

und im Querfomat

Witzig war dabei, dass ich nach einer Weile hochformatiger Aufnahmen nur noch Hochformat gesehen habe. Schaue ich in mein Archiv finden sich sicher zu 3/4 Querbilder. Stören mich die Linien? Ich fürchte, da wo sie mich gestört hätten, habe ich mich nicht an die Regel gehalten 😉

Analyse: Durchgezogene Linien können sehr dominant und absolut wirken und das Bild regelrecht zerschneiden (Pferd) oder aber rahmen (Balkon). Sind sie Teil des eigentlichen Motivs und weniger konstrastreich (Bauzäune, Treppe, Farn, Straßen- und Mauerschatten) springen sie weniger ins Auge, wirken harmonischer auf mich. Insgesamt scheinen sich waagerechte Linien besser einzufügen als senkrechte, die leichter provozieren und stärker Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Hochkant-Bauzaun weckt eher das Gefühl der Bewegung, der ich folge, als der begrenzend wirkende Bauzaunschatten.

🙂 die bekannte Regel: Horizontale bringt Ruhe ins Bild, Vertikale erzeugt Spannung.

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2 thoughts on “Entscheiden. Hochformat. Oder doch lieber quer?

  1. Hallo Claudia …
    seit Jahren mache ich meine Bilder im Quer Format.
    Sogar das format 3×2 kann ich mir nicht abgewöhnen.
    Allerdings seit kurzen bin ich im Besitz einen Neue Kamera mit Baterie Griff der erlaubt mir Problemlos das Hochformat zu wählen . Bin ich gespant ob ich mich dazu wagen werde.

    zu deine Frage …
    manche Motive sehen wirklich Besser im Hochformat
    vor allem wen ich sehen dein Bild der Hausfasade mit den Rosen davor… es sieht einfach besser
    Das Bild hat mich gerade wirklich zum nachdenken gebracht und gezeigt hat … es lohnt sich im Hochformat zu Fotografieren/Präsentieren
    LG czoczo

    1. Hallo Czoczo,
      Ich freue mich, dass mein Beitrag dich vielleicht anregt öfter mal das Hochformat auszuprobieren. Es kann die Bildwirkung wirklich verändern. So wie man fast schon unbewußt bei jeder Aufnahme kurz Blende und Verschlusszeit überlegt, hilft ein kurzer Gedanke zur Frage, ob das Motiv nicht in Hochformat noch besser ist.
      Einfach schauen, was sind die dominierenden Linien im Bild? Aber ich denke auch oft genug nicht daran.
      VG Claudia

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