Eindeutig mein Bild.

Es soll endlich weitergehen mit meinem Selbstlern-Workshop. Die Frage, was meine Bilder ausmacht und ob in ihnen eine persönliche „Handschrift“ zum Ausdruck kommt, beschäftigt mich immer mal wieder. Wovon lasse ich mich leiten, wenn ich fotografiere? Hätte ich eine große Menge Bilder vor mir, könnte ich vermutlich sagen, dieses könnte ich gemacht haben und jenes hätte ich so nie fotografiert. Woran liegt das?

Die persönliche fotografische Handschrift ergibt sich aus dem Bildstil und der eigenen Individualität schreibt Robert Mertens*. Zum Bildstil gehören die Auswahl der persönlichen Themen, Motive und Bildideen, außerdem die genutzten Aufnahmetechniken, die Bildgestaltung incl. der nachträglichen Bildbearbeitung.

Für diesen Beitrag habe ich eine Serie zum Thema „Weiß“ erstellt. Dieses Thema habe ich ja immer mal wieder. Was ist weiß? Salz ist mir in den Sinn gekommen – natürlich als Schwarz-Weiß-Bild.

Mein Hauptthema sind sicher Natur und Landschaft egal ob Detail oder als Panorama. Aber auch Alltagsgegenstände oder Architektur. Und wenn es sich anbietet auch Lost Places. Was sich kaum findet sind Aufnahmen von Menschen, also Portraits und auch Tiere sind selten. Gar nicht zu finden sind „Hochglanzbilder“.

Hier habe ich das Thema „Weiß“ mit der Idee „Papier“ verbunden und mich ein wenig in der Wohnung und auf dem Schreibtisch umgesehen.

Mich fasziniert Licht und Schatten, Kontraste, Linien und Rhythmen, Strukturen oder auch besondere farbliche Effekte. Ich mag es, wenn Bilder Ruhe und Harmonie ausstrahlen, ohne (für mich 😉 dabei langweilig zu sein.

Tatsächlich finde ich in vielen meiner Bilder einen ähnlichen Bildaufbau wieder. Nur, wenn ich fotografiere, mache ich das oft unbewußt. Ich habe das Gefühl, die Bilder zu finden, so als ob sie schon vorher da waren und ich sie nur entdeckt hätte. Es bleibt also für mich schwierig zu beschreiben, was meine persönliche fotografische Handschrit ist.

Meine Aufnahmetechniken sind jedenfalls eher einfach. Manchmal mache ich es mir auch zu einfach. Vermutlich könnte ich aus manchem Motiven mehr heraus holen. Alles was ohne Stativ geht ist mir sympatisch. Mit der Technik mag ich mich nicht so gerne auseinandersetzen. In letzter Zeit investiere ich ein wenig mehr Zeit in die Bildbearbeitung (wie man unschwer an den letzten Bildern erkennen kann 😀 )

Noch einmal das Thema „Weiß“, dieses Mal mit der Idee „Sand“ und in Kombination mit der Farbe „Schwarz“ als Gegenspielerin.

Ich denke, dass meine Bilder eine persönliche Handschrift aufweisen. Zu meinen Bildern werden sie aber letztlich dadurch, dass ich mit vielen Bildern Erinnerungen an die Aufnahme, an das Empfinden und Erleben in diesem Moment verbinde. (Das muss nicht „dramatisch“ sein. Zum Muschelbild erinnere ich z.B. : Küchentisch, Blumenuntersetzer mit Urlaubssand und -muschel und die Frage, wie kriege ich das interessant ins Bild?? 😀 ). Bildstil und Individualität.

… und weil ich in Schwarz-Weiß gearbeitet habe, bieten sich meine Überlegungen natürlich als Beitrag für Czoczo’s Black&White-Projekt an.

Die Beiträge zum Monat März sind hier zu finden.

*Robert Mertens: Der eigene Blick. Rheinwerk Verlag, Bonn, 2016

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8 thoughts on “Eindeutig mein Bild.

  1. Hallo Claudia,
    Wau was für Interessante Arbeiten …
    Was für Interessante Gedanken…
    Eigene Handschrift einen Bild zu geben ist bestimmt nicht leicht… aber auch nicht unmöglich. Man muss aber IMMER den „Schrift“ zu benutzen . Öfteren wechseln von Techniken verursachen das das eigene „Schrift“ wird verwischt und immer weniger zu erkennen.
    Aber es ist wirklich mutig sich dem Thema entgegen zu setzten…
    LG czoczo

    1. Hallo Czoczo, vielleicht klingt das auch nach mehr als es ist:) Wenn ich mir alte Bilder von mir anschaue (also aus der Zeit als es nur analoge Fotoaparate gab;) stelle ich fest, es gibt Veränderungen (und Weiterentwicklung), aber auch: Bildausschnitte, Themen usw. waren damals schon sehr ähnlich zu heute – und ich hatte zwischenzeitlich eine lange Zeit, in der ich gar nicht fotografiert habe. Es gibt also etwas, was typisch für mich ist. Ganz bestimmt kannst du das auch in deinen Bildern finden. das muss sich ja auch nicht in jedem Bild widerspiegeln.
      LG Claudia

  2. Hallo Claudia,
    finde ich klasse, dass Du Dich mit Deinem fotografieren auseinandersetzt, ich denke schon dadurch kann man einiges dazulernen. Und Deine Fotografien sind ein super Beispiel dafür was man aus einem Thema, in diesem Fall „weiß“ herausholen kann. Mein Respekt, das sind klasse Fotos! Zu dem Thema Stativ, das mochte ich auch viele Jahre nicht und bin nun (nachdem ich ein leichtes und handliches Stativ mein eigen nenne) dabei mich damit anzufreunden, da es mir einfach noch mehr Möglichkeiten eröffnet.
    Viele Grüße, Brigitte

    1. Hallo Brigitte,
      Vielen Dank für dein Feedback. Ausgangspunkt für meine Auseinandersetzungen ist das Gefühl gewesen, immer das Gleiche zu fotografieren. Auf diese Weise nehme ich neue, auch für mich ungewohnte Ideen auf und ich bin nmachmal selbst überrascht, was dabei herauskommt. Ich fotografiere ja sonst fast nur draußen, da freut es mich besonders, wenn die Inhouse-Bilder positiv ankommen.
      Zum Stativ: ja, da muss ich unbedingt noch ran, Stative eröffnen nochmal deutlich mehr Möglichkeiten.
      LG Claudia

  3. Wunderschöne Schäfe Spielereien . Hier passt das B&W ausgezeichnet, vielleicht kann man sogar noch ein Highkey definieren. Auf jeden Fall sind die einzelnen Fotos Klasse arrangiert auch die Schärfeverläufe sind überlegt gesetzt. Ich denke so macht fotografieren Spass und es birgt viel Raum für neue Ideen. Klar kann man ein Stativ verwenden, aber ich finde Available Light frei aus der Hand geschossen zeigt die wahre Handwerkskunst des Fotografen. Mit Stativ MUSS dan jedes Foto sitzen, man hat dann keine Spielräume mehr.

    Gruß Olaf

  4. Hallo Claudia,
    ein wirklich toller Beitrag, ich bin begeistert! Eine prima Idee, die wie geschaffen ist für Marius Projekt!
    Herzlichen Dank auch für deinen netten Kommentar 🙂
    Liebe Grüße, Julie

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